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Die Spielenachmittage finden normalerweise sonntags von 14:30 Uhr bis 17:30 Uhr in den Vereinsräumen vom Bürgerhaus Haar (über dem Gasthof zur Post, Seiteneingang links) statt.

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Wenn Helden auf Reisen gehen

img_2433In den bayerischen Herbstferien trafen zum nunmehr vierten Mal kreative Köpfe aufeinander, um sich gemeinsam einer anspruchsvollen Aufgabenstellung zu widmen: der Umwandlung eigener Vorstellungen zum Thema „Fremde  Kulturen“ in spannende Spielkonzepte. Unterstützt von   Brettspielautor Marco Teubner und Gamedesigner Clemens Hochreiter diskutierten die zwölf Jugendlichen in dieser Woche über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die damit verbundenen Chancen und Risiken in Zeiten von zunehmender Globalisierung.

In den Teams wurde intensiv an unterschiedlichsten Spielideen gearbeitet. Gleich zwei Gruppen hatten dieselbe Grundidee für ein kooperatives Brettspiel: Der Spieler übernimmt dabei die Rolle eines durch individuelle Eigenschaften und unterschiedliche Ausstattungsmerkmale vordefinierten Charakters und hat die Aufgabe, zunächst auf seiner eigenen Heldenreise die eigenen Ressourcen aufzustocken oder sein persönliches Ziel zu erreichen, sich jedoch ab einem bestimmten Zeitpunkt mit seinen Mitspielern zu verbünden, um ein höheres Gemeinschaftsziel zu erreichen. So ging es bei „The Epic Quest Of Tiny Loot“ im Setting von Fantasy-Rollenspielen mit Dungeon-Crawler-Elementen darum, seinen Charakter durch Auffinden von versteckten Ausrüstungsgegenständen zunächst hochzuleveln, um dann im geeigneten Moment stark genug zu sein, um gemeinsam erfolgreich gegen einen Endboss anzutreten. Durch geschicktes Verhandeln mit den Mitspielern und gegenseitige Unterstützung kann dabei zufällig ereiltes Würfelpech in gegenseitigen Vorteil umgewandelt werden.

Ein ähnliches Spielprinzip entwickelte ein weiteres Team, ging mit seiner Spielidee für „Here we go…the world needs you!“ jedoch aktuelle Echtweltprobleme an. In ihrem Zukunfts-Szenario starten die Spielercharaktere in unterschiedlichen Ländern auf einer Weltkarte und haben gesellschaftliche Problemstellungen wie Hunger, Armut und Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Um ihre individuellen Spielziele zu erreichen, gilt es herauszufinden, welcher der Mitspieler bereits über geeignete freie Ressourcen verfügt, aber auch bisher noch unbekannte Quellen zu erschließen, um dann schließlich zu den Problemzonen zu gelangen. Einmal vor Ort, kann man über die Verwendung der begrenzten Mittel beraten und sich diese gegenseitig verfügbar machen. Im Verlauf des Spiels müssen die Spieler ihre Reiserouten jedoch geschickt planen, denn die zur Verfügung stehenden  Verkehrsmittel  haben unterschiedliche Reichweiten und nebenbei sind noch deren Emissionswerte zu beachten, um das gemeinsame Klimaziel nicht zu überschreiten.

Ein weiteres Team beschäftigte sich mit unterschiedlichen kulturellen Identitäten, Werten und Wertverschiebungen in Zeiten zunehmender Globalisierung. Heraus kam ein Würfel-Laufspiel, das auf schwarzhumorige Art den Weg zur Einbürgerung in Deutschland veranschaulichen soll. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Migranten und wird im Verlauf des Spiels mit einer Reihe von Ereignissen konfrontiert, die Handlungs- und Gewissensentscheidungen erfordern, deren Auswirkungen auf seine fortschreitende Integration auch mal unerwartet sein können und die bereits beim Spielentwickeln zum Schmunzeln und Nachdenken über das eigene Weltbild anregten.

Alle Spielideen konnten im Verlauf der fünf Tage als Prototypen mit erstem Regelwerk realisiert und getestet werden. Laufendes konstruktives Feedback der Teilnehmer und eine iterative Vorgehensweise, bei der immer wieder auch Teilideen verworfen wurden, führten zu ständiger Verbesserung der ursprünglichen Spielideen. Am Ende gingen die Teilnehmer trotz der von vielen als zu kurz empfundenen Workshopwoche mit dem Gefühl nach Hause, neben dem intensiven Austausch und der Gruppenerfahrungen auch etwas geschafft zu haben, dass sie mit nach Hause nehmen konnten.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei unseren Kooperationspartnern, der Thomas-Dehler-/Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und dem Jugendkulturwerk der Stadt München für die großzügige finanzielle und ideelle Unterstützung, ohne die die Durchführung dieser spannenden Projektwoche nicht möglich gewesen wäre!

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